Für den guten Zweck: Der fiftyfifty-Hundekalender hilft obdachlosen Menschen und ihren Hunden

Wer in Düsseldorf und Umgebung unterwegs ist, kennt das Straßenmagazin fiftyfifty. Seit vielen Jahren bietet die Initiative obdachlosen und von Armut betroffenen Menschen eine Möglichkeit, durch den Verkauf der Zeitschrift ein eigenes, legitimes Einkommen zu erzielen. Ende August startet jedes Jahr eine Aktion, die in der Region fest im Kalender verankert ist: Der Verkauf des traditionellen fiftyfifty-Hundekalenders beginnt.

Der iftyfifty-Hundekalender kann jetzt für 10 EUR erworben werden

Symbolfoto

Der Hundekalender bietet authentische Perspektiven

Ein zentrales Merkmal des Hundekalenders ist seine visuelle Gestaltung. Anstatt professionelle Fotografen zu beauftragen, die Tiere in inszenierten Kulissen abzulichten, stammt das Bildmaterial direkt von den obdachlosen Halterinnen und Haltern selbst. Die Aufnahmen entstehen mit einfachen Mitteln im Alltag auf der Straße, im Park oder in Notunterkünften.

Diese Herangehensweise verändert den Blickwinkel grundlegend. Weil auf jede Inszenierung verzichtet wird, zeigen die Bilder das reale Leben der Tiere an der Seite ihrer Besitzer – ungeschönt, aber voller Nähe. Zudem besitzen die Fotos eine hohe Authentizität und fangen Augenblicke ein, die Fremden oft verborgen bleiben, weil sie auf dem Vertrauen zwischen Mensch und Hund basieren.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Wertschätzung für die Halter; durch die Veröffentlichung ihrer Aufnahmen werden die wohnungslosen Menschen selbst zu Gestaltern des Produkts und erhalten Anerkennung für ihren künstlerischen Beitrag. Die Bilder spiegeln wider, was viele kynologische Studien bestätigen: Für Menschen am Rande der Gesellschaft ist der Hund weit mehr als ein Haustier, er ist Sozialpartner, Schutzfaktor, Orientierung im Alltag und bedingungsloser Wegbegleiter gegen die Einsamkeit.

Transparente Hilfe für Mensch und Hund ohne Umwege

Der Hundekalender erscheint in einer limitierten Auflage von 10.000 Exemplaren und wird für 10 Euro pro Stück angeboten. Das Prinzip der Mittelverwendung ist dabei einfach und transparent strukturiert. Von den 10 Euro Verkaufspreis gehen 5 Euro als direktes Einkommen an die Verkäuferinnen und Verkäufer vor Ort, was ihnen unmittelbar den eigenen Lebensunterhalt sichert. Die anderen 5 Euro fließen als Reinerlös direkt an das Projekt Underdog, um die Sach- und medizinischen Kosten der mobilen Tierhilfe zu decken. Durch diesen einfachen Split erfüllt der Kauf zwei konkrete Funktionen gleichzeitig: Er unterstützt den arbeitenden Menschen auf der Straße und finanziert parallel die fortlaufende medizinische sowie materielle Versorgung der Tiere.

Das Projekt „Underdog“: Medizinische Grundversorgung auf der Straße

Der gesamte Reinerlös aus dem Kalenderverkauf fließt in das Projekt Underdog. Dabei handelt es sich um eine mobile Ersthilfe für Tiere sozial benachteiligter Menschen, die von dem Verein Strassenleben e.V. in Kooperation mit fiftyfifty betrieben wird.

Für Menschen ohne festen Wohnsitz oder mit sehr geringem Einkommen stellen reguläre Tierarztkosten eine unüberwindbare Hürde dar. Hohe Behandlungskosten, Impfgebühren oder teure Medikamente führen ohne Hilfsangebote oft dazu, dass notwendige Behandlungen aufgeschoben werden. Hier setzt die Arbeit von Underdog an.

Das Leistungsangebot des Einsatzfahrzeugs

Ein speziell ausgebautes Mobil fährt in regelmäßigen Abständen feste Standorte im Stadtgebiet an. An Bord befindet sich ein ehrenamtlich arbeitendes Team aus Tierärzten, Tiermedizinischen Fachangestellten und Sozialarbeitern. Das Spektrum der Hilfe deckt dabei weit mehr ab als nur die tiermedizinische Basisversorgung wie Impfungen, Entwurmungen, Chip-Setzungen, Wundversorgungen und Routineuntersuchungen. Auch die kostenlose Abgabe von notwendigen Präparaten bei chronischen oder akuten Erkrankungen gehört fest zum Angebot.

Neben der medizinischen Betreuung umfasst der Einsatz ebenso die Versorgung mit wichtigen Sachmitteln. Dazu zählt die Ausgabe von artgerechtem Hundefutter, Decken, Leinen, Brustgeschirren und Parasitenschutz. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die Prävention und Beratung, bei der die Halter über Haltung, Ernährung und Pflege unter den erschwerten Bedingungen des Lebens auf der Straße aufgeklärt werden. Da dieses Hilfsangebot direkt vor Ort stattfindet, fällt für die Betroffenen die Hemmschwelle weg, eine reguläre Praxis aufzusuchen. Die Tiere erhalten dadurch eine kontinuierliche gesundheitliche Überwachung, die schweren Erkrankungen wirksam vorbeugt.

Pragmatischer Tierschutz mit direktem Nutzen

Der Hundekalender von fiftyfifty zeigt, wie lokaler Tierschutz ohne bürokratischen Wasserkopf funktionieren kann. Er nutzt vorhandene Ressourcen, setzt auf die Eigeninitiative der Betroffenen und finanziert eine Infrastruktur, die das Wohl von Mensch und Tier gleichermaßen sichert.

Wer ein Exemplar erwirbt, erhält keinen durchgestylten Designkalender, sondern ein ehrliches Zeitdokument – und leistet gleichzeitig einen messbaren Beitrag dazu, dass Hunde auf der Straße medizinisch versorgt und ihre Halter unterstützt werden. Die Auflage von 10.000 Stück ist erfahrungsgemäß vor Ablauf des Jahres ausverkauft. Der Verkauf erfolgt direkt über die autorisierten Verkäuferinnen und Verkäufer im Straßenbild sowie über den Shop von fiftyfifty.

nächster Artikel

Schreibe einen Kommentar