Versteht dein Hund, wie es dir geht? Was neue MRT-Hirn-Scan-Studien bei Hunden verraten!

Hast du dich auch schon mal gefragt, ob dein Hund eigentlich merkt, wenn du traurig bist oder schlechte Laune hast? Wir Hundehalter spüren das ja meistens intuitiv: Der Vierbeiner kommt an, legt seinen Kopf auf den Schoß oder schaut uns mit besorgtem Blick an. Eine wissenschaftliche Studie der Universität Wien bestätigt genau dieses Bauchgefühl – und zwar mit ziemlich spannenden Ergebnissen!

Versteht dein Hund wie es dir geht

Gute Laune macht das Hunde-Gehirn froh

Für die Studie schauten sich die Wissenschaftler mithilfe funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) an, was im Kopf der Tiere passiert, wenn sie Bilder von menschlichen Gesichtern sehen. Das erste tolle Ergebnis: Siehst du glücklich aus und lächelst, löst das im Vergleich zu einer neutralen Miene eine deutlich stärkere Aktivität im rechten Temporallappen sowie im Caudatus-Kern aus – das ist die Region, in der das Belohnungssystem sitzt! Dein Hund nimmt ein fröhliches Gesicht also nicht nur wahr, sondern verknüpft dein Lächeln direkt positiv. Mithilfe von maschinellem Lernen konnten die Forscher sogar feststellen, dass sich diese Gehirnantwort auf dein Lächeln eindeutig von allen negativen Emotionen unterscheidet.

Was die Studie verrät: Hunde unterscheiden negative Emotionen voneinander

Besonders spannend wird es aber bei schlechter Laune: Die Forscher fanden heraus, dass Hunde im Gehirn sehr wohl unterscheiden können, welche negative Emotion wir gerade zeigen. Eine Analyse des gesamten Gehirns bewies, dass die Tiere auch innerhalb negativer Mienen fein differenzieren. So zeigten sich in spezifischen Hirnarealen deutlich voneinander abgrenzbare Aktivitätsmuster beim Anblick wütender im Vergleich zu ängstlichen Gesichtern sowie beim Vergleich von traurigen und ängstlichen Ausdrücken. Lediglich zwischen wütenden und traurigen Gesichtern ließ sich im Gehirn kein klarer Unterschied feststellen. Dein Hund sieht also nicht einfach nur ein „böses“ Gesicht, sondern verarbeitet diese feinen Nuancen gezielt.

Dein Hund liest dich wie ein Buch

Insgesamt liefert die Studie den ersten direkten Nachweis dafür, wie gezielt das Hundehirn menschliche Emotionen verarbeitet. Bedeutet das, dass Hunde genau dieselben Gefühle empfinden wie wir? Nicht unbedingt. Aber es zeigt, wie extrem gut sie an uns Menschen angepasst sind. Im Alltag kommt für deinen Hund noch viel mehr dazu: Er hört deine Stimmlage, liest deine Körpersprache und riecht sogar deine Emotionen. Wenn dein Hund das nächste Mal zu dir kommt, wenn es dir nicht gut geht: Er bildet sich das nicht ein – sein Gehirn hat genau erkannt, was los ist!

 

QUELLEN & WEITERLESEN
  • Artikel auf MDR WISSEN: Hunde können zwischen Angst und Traurigkeit bei Menschen unterscheiden
  • Fachstudie: Dog Brain Representations of Human Facial Expressions (erschienen im Fachjournal iScience)

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