Grannen beim Hund: Symptome, Gefahren und wirksame Vorbeugung
Im Sommer sind Wiesen, Felder und Parks einfach ideal für lange Spaziergänge mit dem Hund. Dabei gibt es allerdings etwas, das man im Hinterkopf behalten sollte: Grannen. Dabei handelt es sich um die borstigen, meist scharfkantigen Fortsätze an den Samenständen verschiedener Wildgräser. Aufgrund ihrer speziellen Struktur mit feinen Widerhaken können sie sich im Fell verfangen und anschließend durch Bewegung des Hundes in Haut, Gewebe oder Körperöffnungen eindringen.

Gefahrenpotenzial und betroffene Körperregionen
Die größte Problematik für einen Hund besteht darin, dass Grannen durch ihre Widerhaken nur in eine Richtung wandern können: immer tiefer in den Körper hinein. Besonders exponiert sind dabei Stellen mit dünner Haut oder natürlichen Körperöffnungen. Häufig betroffen sind die Zwischenzehenbereiche, da die Grannen dort beim Laufen leicht aufgenommen werden können, sowie Ohren, Nase und Augen. Auch die Achsel- und Leistenregion stellt aufgrund des häufigen Kontakts mit hohem Gras eine Eintrittspforte dar. Zwar sind Hunde mit langem oder besonders dichtem Fell aufgrund der besseren Haftungsmöglichkeiten für Grannen tendenziell stärker gefährdet, doch grundsätzlich ist jeder Hund – unabhängig von Rasse oder Haarkleid – dem Risiko ausgesetzt.
Symptome und typische Warnsignale
Eine eingedrungene Granne kann bei einem Hund Schmerzen, Entzündungen oder Schwellungen verursachen. Die Beschwerden treten je nach Lage des Fremdkörpers unterschiedlich schnell auf. Die Symptome variieren je nach Eintrittsstelle. Ein plötzliches Humpeln in Verbindung mit intensivem Lecken an einer bestimmten Pfote kann ein Hinweis auf eine eingedrungene Granne zwischen den Zehen sein. Befindet sich der Fremdkörper im Bereich des Kopfes, zeigen betroffene Tiere häufig ein verstärktes Kopfschütteln, Kratzen am Ohr, Niesen, einen einseitigen Nasenausfluss oder gerötete, tränende Augen. Solltest du solche Anzeichen bemerken, ist eine gründliche Untersuchung ratsam.
Nicht immer ist eine Granne von außen sichtbar. Wandert sie tiefer ins Gewebe, können sich Abszesse oder wiederkehrende Entzündungen entwickeln. Treten Beschwerden ohne erkennbare Ursache auf, sollte daher auch an eine Granne als Auslöser gedacht werden.
Während lose im Fell sitzende Grannen vorsichtig entfernt werden können, ist bei tief sitzenden Fremdkörpern ein Tierarzt aufzusuchen. Befindet sich die Granne bereits in der Haut, im Ohr, in der Nase oder im Auge, sollte der Hund zeitnah tierärztlich untersucht werden. Eigenmächtige Versuche, Grannen aus der Haut, dem Ohr oder dem Auge zu entfernen, können das Gewebe schädigen oder die Granne tiefer in den Körper treiben.

Grannen dienen der Pflanze primär zur Verbreitung ihrer Samen, indem sie sich dank ihrer Widerhaken an Tieren oder Kleidung festheftet. Zudem fungiert sie als mechanischer Schutz vor Fraßfeinden und unterstützt bei vielen Gräsern durch Bewegungen das Einbohren des Samens in den Boden, um die Keimung zu fördern. Für einen Hund können sie unangenehme Folgen haben.
Prävention: So schützt du deinen Hund vor Grannen
Um das Risiko für den eigenen Hund zu minimieren, empfiehlt es sich, während der Grannen-Saison besonders achtsam zu sein. Die Grannen-Saison erstreckt sich in Mitteleuropa meist von Mai bis September, mit einem Höhepunkt in den Sommermonaten Juni bis August, wenn die Gräser trocken und brüchig sind.
Das Meiden von Flächen mit trockenem, hohem Gras kann den Kontakt mit den Samenständen signifikant reduzieren. Die effektivste Maßnahme bleibt jedoch die routinemäßige Kontrolle nach jedem Spaziergang: Dabei sollten das Fell, insbesondere die Pfoten (auch zwischen den Ballen) und die Ohren, gründlich abgesucht werden. Bei langhaarigen Hunden kann es zudem sinnvoll sein, das Fell im Pfotenbereich regelmäßig kurz zu halten, um die Angriffsfläche für Grannen zu verringern. Sollte sich das Verhalten deines Hundes plötzlich ändern oder Anzeichen einer Reizung auftreten, ist ein zeitnaher Besuch beim Tierarzt die sicherste Wahl.
Fell des Hundes systematisch absuchen
Gehe beim Absuchen des Fells am besten immer systematisch vor, wenn dein Tier Kontakt mit hohen, trockenen Gräsern oder Getreidefeldern hatte. Beginne mit einem peniblen Pfoten-Check, bei dem du alle Zwischenzehenräume sowie die Unterseite gründlich kontrollierst. Führe anschließend eine Kopf-Inspektion durch, indem du die Ohrmuscheln ausstreichst und die Lidränder der Augen sowie alle Falten rund um die Schnauze prüfst. Suche zum Schluss die Achseln und Leisten ab, da sich Grannen in diesen weichen Hautbereichen unter den Beinen und am Bauch besonders leicht durch die dünne Haut bohren.
Infografik
Zusammenfassung
- Grannen sind die borstigen, meist scharfkantigen Fortsätze an den Samenständen verschiedener Wildgräser.
- Eindringen in den Körper: Aufgrund ihrer feinen Widerhaken können Grannen nur in eine Richtung wandern: Sie bohren sich durch Bewegung immer tiefer in das Gewebe des Hundes hinein.
- Risikogebiete: Besonders gefährdet sind Körperstellen mit dünner Haut oder natürlichen Öffnungen, wie die Zwischenzehenbereiche, Ohren, Nase und Augen. Auch Achsel- und Leistenregionen sind häufig betroffen.
- Risikozeit: Die Gefahr durch Grannen besteht vor allem in den Sommermonaten und bei trockener Witterung, wenn die Gräser ausgereift und die Samenstände trocken und brüchig sind.
- Individuelles Risiko: Obwohl Hunde mit langem oder dichtem Fell aufgrund der besseren Haftungsmöglichkeit stärker gefährdet sind, kann jeder Hund – unabhängig von Rasse oder Haarkleid – betroffen sein.
- Vorsicht bei der Entfernung: Lose im Fell sitzende Grannen können Sie vorsichtig entfernen. Bei tief sitzenden Fremdkörpern ist zwingend ein Tierarzt aufzusuchen, da eigenmächtige Versuche die Granne oft nur noch tiefer in den Körper treiben.
- Prävention: Die effektivste Schutzmaßnahme ist die gründliche Kontrolle des Hundes nach jedem Spaziergang, insbesondere der Pfoten und Ohren.

